DSC03180xIn diesem Jahr musste aufgrund der Corona-Krise leider die feierliche Würdigung von sanierten Denkmälern durch den Bezirk Mittelfranken entfallen. Zu den 43 denkmalpflegerisch vorbildlichen Sanierungsmaßnahmen aus den sieben Landkreisen und vier Städten gehörten auch drei prämierte Objekte in Schwabach. Als eines dieser prämierten und herausragenden Sanierungen offenbarte sich die Benkendorfer Straße 13, die 2019 von der GEWOBAU saniert wurde.

Dieses aufgrund der zahlreichen Schäden kaum vermittelbare Objekt wurde von der GEWOBAU übernommen. Sie konnte anfangs nicht erahnen, welcher historische Schatz sich hinter der maroden Substanz befand. Bei näherer Untersuchung zeigte es sich nämlich, dass durch das Grundwasser auf dem lehmigen Untergrund im Keller das Haus ebenso instabil war wie der gesamte Dachstuhl. Zudem war der Boden durch die Chemikalien der hier einst existierenden Reinigung stark belastet. Anke Schlecht beurteilte in der Veröffentlichung „Denkmalpflege in Mittelfranken 2019“ des Bezirks Mittelfranken anlässlich der diesjährigen Denkmalprämierung die hier notwendigen Sanierungsmaßnahmen wie folgt: „Die fast unendliche Schadensliste wurde inklusive der Behebung von früheren unsensiblen Umbaumaßnahmen im Zuge der Sanierung gewissenhaft abgearbeitet.“

"Echte Herausforderung"

Die Architektin Susanne Grad erlebte die Sanierung dieses Hauses zu seiner Wiederbelebung als Wohnhaus als „eine echte Herausforderung.“  Wichtig erschien, das Fundament zu sichern und zu stabilisieren. Nach einer Idee des Tragwerkplaners Robert Rester wurden dazu 500 Eichenpfähle als tragende Stütze für eine Bodenplatte in den Boden bis zum Anschlag eingerammt. Dies entspricht der  Pfahlbauweise in Venedig oder der Nürnberger Fleischbrücke. Schwierig gestaltete sich gleichfalls der Aufbau der Brandwände durchgehend vom Keller bis ins oberste Geschoss und das bei brüchigen Deckenbalken  und einem stark geneigten Dachstuhl. Das machte eine äußerst anspruchsvolle Vorgehensweise bei der Wiederherstellung der Holz-Konstruktion bis einschließlich des Dachstuhls notwendig. Deshalb mussten von außen mehr oder weniger frei schwebend noch zusätzlich Sparren eingezogen werden.

Haus aus dem Jahr 1475

Die Bauforschung und  Restaurator Holger Wilke erläuterten die Ursachen für diese Schwierigkeiten: Dieses Haus von 1475 bildete eine Einheit mit den drei Nachbarhäusern, was aber von außen nicht so leicht zu erkennen war.

Deshalb war dieses Anwesen mit der übergreifenden Dachkonstruktion und den gegeneinander versetzten Kommunwänden in den verschiedenen Geschossen so eng mit den anderen Nachbarhäusern verzahnt, so dass man ein hier von einer seltenen spätgotischen „Reihenhaussiedlung“ sprechen konnte. Nachdem der spätmittelalterliche Bestand im Inneren wie eine Bohlenwand, alte Türen und Beschläge entsprechend gesichert und restauriert sowie die Fassade sorgsam überarbeitet wurde, konnten drei Wohnungen mit zeitgemäßen Komfort an die Mieter übergeben werden. Zusammenfassend sagt dazu Anke Schlecht: „Diese nicht selbstverständliche Vermittlung und Verlebendigung von Vergangenheit hat sich mittlerweile als fester Bestandteil der von der GEWOBAu durchgeführten Sanierungen etabliert – ein Mehrwert, der in seiner vorbildhaften Bedeutung gar nicht hoch genug geschätzt werden kann!“

Text: Ursula Kaiser-Biburger, Stadtheimatpflegerin

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