Die Malerarbeiten haben dieser Tage begonnen: Die beiden Straßenseiten des Gebäudes erhalten künftig den grauen Farbton, so wie es die Befunde dort nachweisen. Die beiden Giebel und der Hof werden weiß gestrichen.Genau wie früher - Denkmalsanierung

Die GEWOBAU saniert derzeit das Gebäude „Auf der Aich 1-3“ an der Ecke Benkendorferstraße, dessen Geschichte weit zurückreicht. In den letzten Jahrzehnten war die Fassade ockergelb gestrichen, neu erstrahlt sie künftig in einem dunklen Grauton – also genau wie früher – das haben restauratorische Farbbefunduntersuchungen der Fassade ergeben.

Stadtheimatpflegerin Ursula Kaiser-Biburger hat die interessante Chronik des markanten Gebäudes zusammengetragen. Die Geschichte des Objekts „Auf der Aich Nr. 1“ reicht bis zum Jahr 1391 zurück. Zunächst bildete es mit der Benkendorferstraße 1 und Nummer 3 ein gemeinsames Anwesen. Kurze Zeit später wurde es getrennt.

Im Spitalbuch von 1601 liest man, dass es als „das Haus bei der Aich, als man auf die Wehrwiese gehet“ benannt wurde. 1748 hatte es die Größe eines „zweigädigen“ Hauses, das also aus Erdgeschoss und einer oberen Etage bestand. Damals war es nur noch mit der Benkendorferstraße 2 zusammengebaut. Neun Jahre später wurde jedoch diese „hintere“ Haushälfte verkauft.

Laden mit Fensterfront im 19. Jahrhundert

Erst seitdem der Kaufmann Christoph Hunger im Jahre 1883 das Gebäude erworben hatte, wurde auch ein Laden mit entsprechender Fensterfront eingerichtet. Aus der „Häusergeschichte der Altstadt Schwabach“ von Karl Dehm und Gottlob Heckel erfährt man, dass dieses Anwesen eine Vielzahl Eigentümer ehedem vorweisen konnte, die aus den unterschiedlichsten Handwerksberufen stammten. Vom Seifensieder über den Tabakmacher bis zum Messingdreher, Melber (Mehlhändler), Braumeister und Strumpfwirkermeister reichte die Palette.

Doch erst die Kaufmannsfamilie Hunger sorgte für den Ausbau dieses Hauses. Als „stolzes“ Gebäude mit einem hohen Giebel und Satteldach präsentierte sich das Geschäft für „Kurz- und Galanteriewaren und Spielwaren“ im Jahr 1901. Es war schon zu jener Zeit ein Haus mit beachtlichem Format, auf das man dank seiner sechs Schaufenster und den zahlreichen Fenstern in den Obergeschossen blicken musste. Allerdings war zu jener Zeit der Farbanstrich noch von hellerer Natur und die Fenster mit dunkleren Fensterlaibungen eingefasst.

Dunkler Farbanstrich als Blickfang 1906

Das änderte sich mit dem Um- und Ausbau des Hauses fünf Jahre später. Als Sohn Gustav Adolf Hunger zum Inhaber von Haus und Geschäft wurde, erfolgten gravierende und bis heute sichtbare bauliche Veränderungen. Aus den archivierten Plänen des Bauherrn geht hervor, dass der Dachstuhl erhöht und ausgebaut wurde. Die Südseite erhielt einen Erker und aufgebrachte Zierleisten in der Fassadengestaltung rundeten – neben erhaltenen barocken Architekturelementen – den Jugendstilcharakter dieses Anwesens ab. Zu einem wahren Blickfang wurde es aber durch den bewusst gewählten dunklen, fast schiefergrauen Farbanstrich der Fassade. Sie wurde aber durch die hellen Akzente, durch die Fenster und diverse Zierleisten unterbrochen.

Es ist anzunehmen und für jene Zeit durchaus typisch, dass das Zwiebeldach des Eckerkers sogar mit Schiefer gedeckt gewesen war. Somit sticht dieses vornehm wirkende Anwesen natürlich sehr von den übrigen Häusern auf der Aich ab, zumal ja auch in diesen Komplex die Hausnummer 3 seit dem Jahr 1908 mit einbezogen und zu eben diesem großen Geschäftshaus verbaut wurde.

Moderne, vornehme Farbwahl im Jugendstil

Auch wenn diese dunkle Fassade heute auf den ersten Blick massiv und ungewohnt wirkt, so war dieser Anstrich keine Seltenheit. In der Schwabacher Altstadt gibt es etliche Häuser, für die dieser dunkle, schieferfarbige bis schwarze Fassadenanstrich vom 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert gewählt wurde. Gerade in der Zeit des Jugendstils galt so eine Farbwahl als sehr modern, als fein und vornehm, um sich von anderen Gebäuden abzuheben.

„Genauso darf man diese befundete und wieder aufgegriffene Farbgebung betrachten, die nun restauratorisch abgesichert und mit der die GEWOBAU mit Architektin Susanne Grad sowie Restaurator Holger Wilcke an die Ursprünge dieses noblen Geschäftshauses erinnert und so bewusst und gelungen auf das zukünftige Haus der Begegnung auf der Aich 1-3 hinweist“, erklärt Ursula Kaiser-Biburger abschließend.

„Bei jedem Gebäude, das wir sanieren, halten wir uns konsequent an den Denkmalschutz und stützen uns auf die restauratorischen Befunde. Die neue, dunkle Farbe sieht zudem wirklich schick aus und hat zusammen mit den Kupferblechen eine tolle Wirkung!“, ist sich GEWOBAU-Geschäftsführer Harald Bergmann sicher. Neben dem Haus der Begegnung werden in dem Gebäude auch Wohnungen untergebracht.

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