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Denkmal 19 20„Selbst die Zwangspause durch Corona hat die alljährliche Denkmalprämierung des Bezirks Mittelfranken nicht verhindert.“ Mit diesem  Statement begrüßte Bezirkstagspräsident Armin Kroder in großer Freude die Eigentümer der sanierten Denkmäler, die der Bezirk Mittelfranken für die Denkmalprämierung 2019 und 2020  auserwählt hatte.

Dazu erklärte Kroder, erst heuer konnte man jedoch zur Feierstunde mit Präsentation der auserwählten Denkmäler sowie der Würdigung der Eigentümer in das große Gebäude des ehemaligen Bauhofs im Freilandmuseum Bad Windsheim einladen. Immerhin habe man in den letzten zwei Jahren die entsprechenden Objekte auswählen und den Eigentümern die Urkunden und den Begleitband zur Denkmalprämierung postalisch zu senden können. Damit blicke man beim Bezirk Mittelfranken seit 1975 auf 45 durchgeführte Denkmalprämierungen, was Armin Kroder als große Aufwertung für denkmalpflegerische Maßnahmen ansah. Insbesondere auch deshalb, weil mit der Corona-Einschränkung nur dreimal die Prämierung nicht in der üblichen Weise stattfinden konnte. Der Bezirk verstehe in dieser ideellen Ehrung den lobenden Dank an diejenigen, die sich mit Engagement und großen Mühen für den Erhalt von Denkmälern einsetzten sowie an diejenigen, die tatsächlich Hand anlegten. Daher betonte der Bezirkstagspräsident: „Wir unterstützen diese Mühen, damit Denkmäler der nachfolgenden Generation erhalten bleiben, trotz so manch anderer gegenteiliger Einstellungen dazu. Dadurch werden die Eigentümer zu leuchtenden Fahnenträgern. Selbst wenn dies einen Spagat zwischen dem denkmalpflegerischen Erhalt und der Wirtschaftlichkeit abverlangt.“

Diese Problematik griff auch Kulturreferentin und Bezirksheimatpflegerin Dr. Andrea Kluxen auf. Sie betonte, dass die Bezirke die einzigen seien, die Geld für die Sanierung und Pflege von Kleindenkmälern geben. Es wäre sehr zu wünschen, wenn auch die Bayerische Landesregierung hier stärker finanziell agieren würde. Vielfach seien es nämlich Privatleute, Kirchen, Städte und Gemeinden, die solche denkmalpflegerischen Maßnahmen in Angriff nehmen würden. Allein schon deshalb, weil sich ein Großteil der Bevölkerung mit der Denkmalpflege identifiziere und man darin folgerichtig einen öffentlichen Auftrag ableiten könne. Wer sich auf solche Maßnahmen zum Erhalt eines Denkmals einlasse, der leiste darüber hinaus einen wesentlichen Beitrag zur Nachhaltigkeit und ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein. Dies bewiesen nicht zuletzt die 41 hervorragenden Ergebnisse der Jahre 2019 und 2020 in den Städten Ansbach, Erlangen, Fürth, Nürnberg und aus Schwabach, die von ihrer Stellvertreterin Julia Krieger näher vorgestellt wurden.

Aus Schwabach wurden im Beisein von Landtagsabgeordnete und Stadträtin Dr. Sabine Weigand sowie Stadtheimatpflegerin Ursula Kaiser-Biburger für die Untere Denkmalschutzbehörde sechs gelungene denkmalpflegerische Sanierungsmaßnahmen geehrt. Dazu gehörte die Gesamtsanierung der Gewobau Schwabach in der Benkendorferstraße 13. Hervorgehoben wurde,  dass nach der anspruchsvollen und sehr aufwändigen Instandsetzung vom Grund bis zum Dach aus dem maroden Gebäude mit Reinigungsbetrieb ein modernes Mehrfamilienhaus mit hoher Wohnqualität geschaffen wurde. Hier hatte man nicht nur mit dem durch Chemikalien belasteten lehmigen Untergrund zu kämpfen, sondern auch mit dessen permanenter Feuchtigkeit. Schließlich wollte man dieses historisch wertvolle Haus, das zu einer außergewöhnlichen vierteiligen Reihenhauszeile von 1474 gehörte, was jedoch von außen als solches nicht erkennbar war, unbedingt für das 21. Jahrhundert mit seinem historischen Charakter erhalten. Deshalb freuten sich für die Gewobau Lisa Hertrich als stellvertretende Sachgebietsleiterin, Architektin Susanne Grad, Restaurator Holger Wilcke und Tragwerksplaner Robert Rester über diese besondere Ehrung. 

Ebenso wurde die Gesamtsanierung des Gebäudes in der Münzgasse 4 gewürdigt,  für die sich Alexander Messner von der Firma HG Bau und der Architekten Thomas Scheiner verantwortlich zeichneten. Mit Umsicht war man hier ans Werk gegangen, um in diesem historischen Gebäude am Nadlersbach zeitgemäße Wohnräume entstehen zu lassen.  Allerdings war es hier nicht möglich gewesen, die alten Geschossdecken zu erhalten. Eine gänzliche Erneuerung wurde daher unumgänglich. Erfreulicher Weise konnte aber das Fachwerk in den Innenräumen sichtbar bleiben, weil man sich für eine Außendämmung entschieden hat. Gewonnen hatte die Fassade durch die Verwendung von Kreuzstock-Holzfenster und die Wiederherstellung der Symmetrie durch die Öffnung eines zugemauertes Fenster sowie durch die Nutzung des alten Stegs als auch durch die Anbringung eines weiteren, daneben liegender Stegs. Dieser führt nun zu einer separaten Wohneinheit.

Dieses Unternehmen hatte ein weiteres denkmalgeschütztes Objekt im nördlichen Stadtteil,  am Pinzenberg Nr. 24 unter der Leitung von Architekt Helmut Rester und dem Restaurator Holger Schatz aus Fürth vorbildlich saniert. Der Gebäudekomplex reichte in seinem Alter bis 1410 zurück mit einem zusätzlichen Felsenkeller, der zwischen 1714 und 1865 genutzt wurde. Eine Herausforderung bei der Sanierung bildete die Aufarbeitung der Statik, was an der Überformung im Innern des alten Fachwerkhauses lag.  So mussten offen gelegte Fachwerke  wie auch das Satteldach verstärkt werden, um die Tragfähigkeit wieder herzustellen. Erfreuliche Besonderheit ergaben sich in der Freilegung der bis dahin kaum erkennbaren Altane auf der Nordseite des Hauses, einer Bohlenwand von 1510 und einem Alkoven aus der Barockzeit. Dank geschickter Planung auf der Grundlage des ursprünglichen Raumgefüges wie auch der denkmalgerechten Sanierung des Hauptgebäudes und im Winkelanbau  waren so moderne Wohnungen für mehrere Parteien entstanden.

Oberhalb dieses Anwesens befindet sich das Anwesen von Diana und Frank Wild. Das Ehepaar hat sich einer umfangreichen Sanierung in Eigenleistung eines zweigegliederten Werksatt-Gebäudes angenommen, das sich in der Nördlichen Mauerstraße befindet und nicht als Einzeldenkmal verzeichnet ist.

Das Paar fand eine alte verlassene Schreinerwerkstätte mit einem Werkstattgebäude unter einem Pultdach vor, das man 1905 im rechten Winkel durch einen Anbau mit Satteldach erweitert hatte. Beide Teile waren mit Sichtziegelmauerwerk verbunden. Trotz des Leerstandes hatte das Ehepaar den Charme dieses ehemaligen „Industrie-Anwesens“ erkannt und es in bemerkenswerter Weise zu einem hochwertigen, in sich stimmigen Wohnhaus verwandelt. Gekonnt  und mit Feingefühl wurden Elemente der funktionsorientierten Industrie-Kultur mit hochmoderner Ausstattung sowie passenden stilvollem Interieur zu einer gelungenen Einheit zusammengefügt, in der es sich nun zu leben lohnt.  

Ein weiteres Beispiel für eine aufwändige Sanierungsmaßnahme offenbarte sich in der Altstadt, in der Silbergasse 2. Aus der Zeit, als es in Schwabach noch etliche Brauereien und Gaststätten gegeben hatte, wurde dieses Gebäude 1739 errichtet. Nach einem Brand im Jahre 1827 /1829 musste es neu aufgebaut werden. Seit 1904 war es über viele Jahrzehnte als Gaststätte  „Zur Wolfsschlucht“ bekannt, ehe es für mehrere Jahre verlassen  und damit seinem Verfall preisgegeben war. Dagegen schritt der Eigentümer mit Architekt Helmut Rester ein und dank einer umfangreichen, sehr sorgfältigen Sanierung vom Dach bis zum Gewölbekeller konnten hier mehrere Wohneinheiten im neuen Glanz entstehen, die das Anwesen nicht allein wegen seiner Optik zu einer Bereicherung für die Altstadt machte. Der Clou aber zeigte sich in einer kleinen Kammer, die unter dem Dach komplett verlattet war und von Restaurator Holger Wilcke aus Heideck entdeckt wurde. Der verstorbene Künstler und Restaurator Bela Faragó gab dieser Kammer ihren bauzeitlichen, äußerst ungewöhnlichen, aber bezaubernden grünen Anstrich zurück.  

Schließlich wurde Eigentümer Martin Weih für seine große Sanierungsmaßnahm ausgezeichnet, die er in zeitraubender und unermesslicher Eigenleistung vollbracht hatte. Denn über viele Jahre hinweg war dieses markante Mietshaus, das 1900 vom Schwabacher Architekten Johann Carl  an der Südlichen Ringstraße errichtet wurde, vernachlässigt worden. Unermüdlich hatte Martin Weih die Klinkerfassade und die Sandsteinteil auf der Schaufasse gereinigt. Dazu wurde die Hofseite mit der Backsteinfassade vorbildlich instand gesetzt und Dachaufbauten, Erker und Gauben wurden repariert sowie das Treppenhaus sehr sorgfältig und mit historischen Zementfließen wieder hergerichtet. So ergab sich hier eine vorbildliche denkmalgerechte Sanierungsleistung, die durch die zusätzlichen dezenten Balkon-Elemente die Wohnqualität für die Mieter steigerte.  

Text und Bild: Ursula Kaiser-Biburger

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